20. Dezember 2016 DennisRobers

Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg. Gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz

Die Gehirnwäsche beginnt in der Wiege. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen das ein Kleinkind viel länger Hilflos und total Abhängig von seinen Eltern ist als die Jungen irgendeiner anderen Spezies?

Kann es sein, das diese frühe Erfahrung von Abhängigkeit das ganze Leben hindurch nachwirkt? Und das sie teilweise verantwortlich ist, sich der Autorität von einzelnen Personen oder Gruppen zu unterwerfen?

Ein Hypnotiseur suggeriert seinem Patienten zunächst, das er sich seinen Suggestionen öffnen soll.
Der Patient wird also konditioniert, für Konditionierung empfänglich zu werden. Das hilflose Kleinkind ist in einem ähnlichen Prozess.Und wird es nicht somit in einen willigen Empfänger vorgefasster Meinung verwandelt?

Die meisten Menschen entwickeln oder wählten das System von vorgefassten Meinungen und Glaubenssätzen, für die sie zu leben und zu sterben bereit waren nicht etwa selbst; sie wurden Ihnen zugewiesen durch die zufälligen Gegebenheiten ihrer Geburt.

Bei der Entscheidung für einen Glauben, einen Sittenkodex, einer Weltanschauung, für ein Leben als eifernder christlicher Kreuzritter, als fanatischer oder in den Heiligen Krieg ziehender IS Anhänger spielt die kritische Vernunft bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Die vielen Katastrophen und der gestrige Vorfall am Breitscheidplatz, gehen vor allem auf seine exzessive Fähigkeit und sein brennendes Verlangen zurück, sich mit einer Gruppe, einer Nation, einer Kirche oder einer Sache zu identifizieren.

Und jede Identifikation wird unkritisch und begeistert übernommen, wenn die betreffenden Dogmen aller Vernunft wiedersprechen, den eigenen Interessen und dem Selbsterhaltungstrieb schaden.

Kann es sein dass Menschen nicht etwa an einem Übermaß an Aggression leiden, sondern an einer übermäßigen Neigung zur fanatischen Hingabe?

Ein Blick in die Geschichte zeigt: Die Zahl der individuellen Morde, begangen aus selbstsüchtigen Motiven, spielt eine unbedeutende Rolle, verglichen mit der Zahl der Menschen, die aus selbstloser Loyalität gegenüber einem Stamm, einer Nation, einer Kirche oder einer politischen Ideologie hingemetzelt wurden.

Abgesehen von wenigen Kriegen, die aus Gewinnsucht oder sadistischen Beweggründen ausgetragen wurden. In Kriegen wird nicht etwa um persönliche Vorurteile gefochten, sondern weil man sich einem König, einem Land oder einer Sache verschrieben hatte.

Mord aus persönlichen Motiven kommt in allen Kulturen, unsere eigene eingeschlossen, statistisch gesehen, selten vor. Das vorherrschende Phänomen in der Geschichte ist Mord aus selbstlosen Beweggründen, unter Einsatz des eigenen Lebens.

Sigmund Freud verkündete: Kriege würden verursacht durch aufgestaute aggressive Instinkte auf der Suche nach einem Ventil!

Wer je in einer Armee gedient hat, kann bezeugen dass gegen den Feind gerichtete Aggressionsgefühle im trostlosen Einerlei des Krieges kaum eine Rolle spielten. Soldaten hassen nicht! Sie haben Angst, langweilen sich, hungern nach Sex und haben Heimweh; entweder Sie kämpfen aus Resignation, weil sie keine andere Wahl haben, oder mit Begeisterung für König und Vaterland, die wahre Religion, die gerechte Sache – nicht von Hass, sondern von Loyalität getrieben. Denn wiegesagt: Die Tragödie des Menschen liegt nicht in einem Übermaß an Aggression, sondern in einem Übermaß an Hingabebereitschaft.

Der territoriale Imperativ. Er besagt, das der Ursprung der Kriege in dem Trieb einiger Tierarten liegt. Die ihr Land- oder Wasserrevier um jeden Preiß verteildigen.
Mich überzeugt diese Theorie genauso wenig wie die erste.

Tatsache ist das der Mann, der in den Krieg zieht sein Haus verlässt das es angeblich zu verteildigen gilt, und seine Waffen weit entfernt davon abfeuert. Was Ihn dazu veranlasst ist nicht der biologische Trieb seine eigenen Felder zu schützen, sondern seine Hingabe gegenüber Symbolen, die Ihre Kraft aus Stammeskulturen, göttlichen Geboten oder politischen Schlagworten beziehen.

Kriege werden nicht um Territorien geführt sondern mit Worten.

Die tödlichste Waffe des Menschen ist die Sprache. Er ist für die hypnotische Wirkung von Schlagworten ebenso anfällig wie für ansteckende Krankheiten. Und bei einer Epidemie ist es dann die Gruppenmentalität, die zur Herrschaft gelangt.
Wenn sich ein Mensch mit einer Gruppe identifiziert, wird seine Fähigkeit zu vernünftigen Denken vermindert, seine Empfindungen und Leidenschaften aber durch so etwas wie eine Gefühlsresonanz oder positive Rückkopplung intensiviert.

Der einzelne ist kein Killer, die Gruppe ist es, und indem er sich mit Ihr identifiziert, wird er in einen Killer verwandelt. Das spiegelt sich in Geschichten von Kriegen, Verfolgungen und Völkermord und in zahlreichen Terroranschlägen wieder.

Die hypnotische Macht der Worte ist der Hauptkatalysator.
Die Reden von Adolf Hiltler waren seinerzeit die mächtigsten Triebkräfte der Zerstörung. Lange vor der Erfindung der Druckerpresse lösten die Worte Allahs erwähltem Propheten eine emotionale Kettenreaktion aus, die die Welt, und seit geraumer Zeit auch uns erschüttern.

Ohne Worte gäbe es keine Dichtung – und keinen Krieg.

Diese paradoxe Feststellung wird durch Beobachtungen japanischer Affen veranschaulicht. Man hat festgestellt, das verschiedene Horden einer Spezies überraschend unterschiedliche Gewohnheiten – man könnte fast sagen, verschiedene Kulturen – entwickeln können. So haben sich manche Horden angewöhnt, Wurzeln vor dem Verzehr in einem Fluss zu waschen, andere tun dies nicht. Gelegentlich treffen sich umherziehende Gruppen, und beide Gruppen beobachten das seltsame Verhalten der anderen offensichtlich Verwirrt.

Ganz anders als die Bewohner von Liliput, die wegen der Frage, an welchem Ende das Ei von Rechts wegen aufgeschlagen werden müsse, heilige Kriege führten, erklären die wurzelwaschenden Affen ihren nichtwaschenden Kollegen keineswegs den Krieg. Die bedauernswerten Geschöpfe haben keine Sprache, die Ihnen erlaubt, das Waschen zu einem göttlichen Gebot und den Verzehr ungewaschener Wurzeln zu einer todeswürdigen Gotteslästerung zu erklären.

Der sicherste Weg wäre offensichtlich, die Sprache abzuschaffen.

Und irgendwie haben wir ja bereits darauf verzichtet, wenn wir unter Sprache eine Kommunikationsmethode für die gesamte Spezies verstehen. Der Turm von Babel ist ein zeitloses Beispiel.

Andere Arten besitzen eine einzige, allgemeine Kommunikationsmethode- durch Zeichen, Laute oder das Absondern von Gerüchen -, die von allen Artgenossen beherrscht wird. Wenn ein Bernhardiner einem Pudel begegnet, verstehen sie einander ohne Dolmetscher, so verschieden Sie auch aussehen.

Wir dagegen sind in etwa 6500 Sprachen, die sich in fast 300 genetische Einheiten – 180 eigentliche Sprachfamilien mit mehr als einer Sprache und 120 isolierte Sprachen gespalten.

Jede Sprache- und jeder Dialekt wirkt als bindende Kraft innerhalb der Gruppe und als trennende Kraft zwischen Gruppen. Das ist einer der Gründe warum die trennenden Kräfte in unserer Geschichte so viel stärker sind als die verbindenden. Die Menschen weisen in Ihrem Aussehen und Verhalten eine weit größere Vielfalt auf als jede andere Spezies, und die Gabe der Sprache dient nicht etwa dazu, diese Unterschiede zu überbrücken, sondern errichtet weitere Schranken und betont den Gegensatz.

Wir haben Nachrichtensatelliten, die Botschaften an die gesamte Bevölkerung des Planeten schicken können, aber keine globale Sprache, die sie allgemein verständlich machen würde.

Sonderbar das noch niemand darauf gekommen ist, das der einfachste Weg zur Völkerverständigung dieser wäre, eine Sprache zu fördern, die von allen verstanden wird.

DennisRobers

Dennis Robers ist Experte für echtes, authentisches Verkaufen. Er gibt Führungskräften, sowie Sales-Mitarbeitern ein Verkaufs- und Kommunikationssystem und wertvolle Impulse für die tägliche Praxis. Neben seiner Vertriebserfahrung von über 15 Jahren beschäftigt er sich maßgeblich mit allen Ebenen der Kommunikation. Seine Verkaufstrainings sind die Grundlage, um Führungskräfte und Verkäufer in ihrem beruflichen Alltag zu begleiten und zu motivieren, sich selbst zu Bestleistung zu entwickeln.